Was ist Chiropraktik?

„Tieren heilen helfen“

 

Chiropraktik ist eine manuelle Behandlungsmethode, die sich mit der engen Beziehung zwischen der Wirbelsäule, dem Nervensystem und der Gesunderhaltung des Gesamtorganismus beschäftigt. Nur mit einem voll funktionsfähigen Nervensystem können die normalen Vorgänge und Bewegungsabläufe im Körper richtig koordiniert werden.

 

Liegt nun eine „Blockade“ (Bewegungseinschränkung) in einem Gelenk der Wirbelsäule vor, so werden die benachbarten Nerven in ihrer Funktion (Informationsweiterleitung) beeinträchtigt. Folglich entstehen häufig neben Funktionsstörungen des Nervensystems, der Muskeln, der inneren Organe und des Immunsystems vor allem Schmerzen, Verspannungen und Entzündungen. Das Tier kann eine verminderte Leistungsbereitschaft zeigen oder nimmt zur Kompensation eine Schonhaltung ein, die zu weiteren Blockaden, Überlastungen und Verschleißerscheinungen führen kann (z.B. langfristig Arthrose oder ein erhöhtes Verletzungsrisiko).

 

Um diese Abwärtsspirale zu durchbrechen, werden bei einer chiropraktischen Behandlung die Wirbelgelenke auf ihre Beweglichkeit hin untersucht und vorhandene Bewegungseinschränkungen durch einen gezielten, behutsamen Impuls (Thrust bzw. Adjustment genannt) behoben. Diese Bewegungseinschränkungen sind bereits vor strukturellen Befunden (im Röntgen, Ultraschall usw.) zu erfühlen. Chiropraktik ermöglicht es, diese zu beheben, bevor weitere Probleme auftreten. Dadurch wird die normale Gelenkbeweglichkeit sowie der freie Informationsfluss zwischen Gehirn, Muskeln und sämtlichen Organen wieder hergestellt und die Selbstheilungskräfte des Körpers werden aktiviert. Da man sich während der Behandlung ausschließlich im natürlichen Bewegungsspielraum des Gelenks befindet, handelt es sich nicht um ein „Ein- oder Ausrenken“ oder gar ein „Ausleihern“ der Gelenke.

 

Chiropraktische Behandlungen sind grundsätzlich für jedes Tier in jeder Alters- und Ausbildungsgruppe sinnvoll: Ob im Jungtieralter als Vorbeugung und Unterstützung eines gesunden Körperwachstums, beim Sportler, um die Leistungsfähigkeit zu verbessern oder beim alten oder chronisch kranken Tier, um Probleme des Halte- und Bewegungsapparates unterstützend zu behandeln. Ebenso ist Chiropraktik zur Rehabilitation nach einer Verletzung oder Operation eine sinnvolle therapeutische Ergänzung. Demnach kann Chiropraktik sowohl zur Vorsorge (Prophylaxe) als auch therapeutisch eingesetzt werden.

 

Die chiropraktische Therapie erfolgt häufig als Ergänzung zur Schulmedizin und ersetzt nicht die vorherige Abklärung des Krankheitsbildes durch Ihre/n Haustierärzt/in.


Foto der Hände von Dr. Olivia Wolf während einer chiropraktischen Behandlung eines Pferdes
Dr. Olivia Wolf tastet im Rahmen einer Behandlung den Rücken eines Pferdes ab

Woran erkennen Sie, dass eine chiropraktische Behandlung für Ihr Tier sinnvoll ist?

Vorbeugende Einsatzmöglichkeiten von Chiropraktik:

  • Unterstützung des gesunden Körperwachstums beim Jungtier

  • Prophylaktische Behandlung zur Erhaltung der Gesundheit und Beweglichkeit

  • Erhaltung der Leistungsfähigkeit als Sportpartner

  • Erhaltung der Beweglichkeit im Alter

  • Unterstützung der Rehabilitation nach einer Operation oder Verletzung


Therapeutische Einsatzmöglichkeiten von Chiropraktik:

  • Bewegungsunlust oder Leistungsminderung

  • Bewegungs- und Haltungsänderung

  • Steifheit

  • Stolpern / Koordinationsschwierigkeiten

  • Chronische Schmerzpatienten

  • Ungleichmäßige oder mangelhafte Bemuskelung

  • Gelenksverschleiß (Arthrose)

  • Chronische Verdauungsprobleme


Weitere Einsatzmöglichkeiten speziell beim Pferd:

  • Taktunreinheit

  • Mangelnde Bewegungsfreude und Losgelassenheit

  • Abgeschliffene Hufe

  • Rittigkeitsprobleme, z.B. Schwierigkeiten mit Stellung, Biegung oder Versammlung

  • Sattelzwang

  • Kreuzgalopp

  • Schweifschlagen oder Schweifschiefhaltung

  • Nach einem Sturz, nach dem Festliegen, nach einer Vollnarkose oder nach Zahnbehandlungen

 

Weitere Einsatzmöglichkeiten speziell beim Kleintier:

  • Schmerzen beim Aufstehen/Hinlegen, Treppensteigen, Springen, veränderte Sitzposition

  • Hüftgelenksdysplasie, Ellenbogengelenksdysplasie

  • Spondylosen, Arthrose

  • Abgeschliffene Krallen, schleifendes Gangbild

  • Inkontinenz

  • Kopfschiefhaltung, Kopftiefhaltung

  • Eingeschränktes Putzverhalten