Biotensegrales Training beim Pferd
Woran erkenne ich, dass mein Pferd an einer myofaszialen Dysfunktion bzw. Trageschwäche leidet?
Wirkt ihr Pferd überbaut, senkt sich also die Oberlinie ihres Pferdes vom Bereich der Kruppe bis zum Widerrist ab? Ist also der Rumpf ihres Pferdes zwischen den Schulterblättern abgesackt? Steht Ihr Pferd rückständig in den Vorderbeinen, hat einen prominenten Unterhals, ein hervortretendes Brustbein, stark ausgebildete Brustmuskeln oder einen Hängerücken?
Oder zeigt es Verhaltensauffälligkeiten, wie beispielsweise lässt sich nicht gerne anfassen oder putzen, schnappt, hat Gurtzwang, geht beim Reiten entweder nicht vorwärts oder rennt davon, lässt sich nicht stellen oder biegen, tut sich schwer beim Angaloppieren oder springt im Galopp häufig um?
Dann können dies alles Hinweise darauf sein, dass Ihr Pferd an einer myofaszialen Dysfunktion / Trageschwäche leidet. Diese geht einher mit einer Störung der Muskeln, Faszien, Sehnen und Bänder und kann zu Bewegungseinschränkungen, Schmerzen und Verschleißerscheinungen führen.
Zeigen Pferde heute im Vergleich zu früher häufiger Probleme?
Ja, weil die Pferde früher in der Regel stabiler innerhalb ihres Fasziengewebes waren. Das hatte zwar den Nachteil, dass sie schwerer zu Sitzen und Biegen waren, dafür hatten sie weniger Probleme mit ihrem Bewegungsapparat. Heute liegt das Zuchtziel vermehrt auf Beweglichkeit, deshalb sind viele Pferde heute ganggewaltiger und ausdrucksstärker. Dies geht mit einem Stabilitätsverlust (Hypermobilität) einher, der sich in vermehrten Problemen in Gliedmaßen und Rücken bemerkbar macht. Für ein gesundes Leben als Reitpferd braucht es beides gleichermaßen – Beweglichkeit und Stabilität.
Wie kann Biotensegrales Training meinem Pferd helfen?
Für die Gesunderhaltung ist es sehr wichtig, dass das Pferd lernt, sich wie ein Reittier (und nicht wie ein Fluchttier) zu bewegen. Das heißt, es müssen seine Stabilitätsmuskeln ausreichend aktiviert und trainiert werden, um das Reitergewicht problemlos zu tragen. Übernehmen die Stabilitätsmuskeln ihre Aufgabe nicht ausreichend, so müssen Bewegungsmuskeln einspringen (kompensieren), was zu Verspannungen und falschen Bewegungsmustern führen kann.
Biotensegrales Training hat genau das zum Ziel:
Das Pferd aus seinem dysfunktionalen Kompensationsmuster herausholen und ihm zu vermitteln, wie es sich gesund als Reittier bewegen soll. Hierbei kommen Faszien-Release-Techniken zum Einsatz und Ihnen werden Übungen an die Hand gegeben, um die Stabilitätsmuskeln Ihres Pferdes gezielt zu trainieren. Dadurch kann man eine verschleißfreie Energieübertragung, ein leichtfüßiges Bewegen und eine gesund erhaltende Losgelassenheit erzielen. Das Pferd lernt, seinen Rumpf aktiv zu heben und zu stabilisieren, was sich nicht nur positiv auf den Bewegungsapparat, sondern auch auf die Gesundheit des Gesamtorganismus auswirkt.


Ablauf einer Behandlung
Bitte belasten Sie Ihr Pferd nicht direkt vor der Behandlung.
Ich freue mich, wenn Ihr Pferd bei der Behandlung trocken und sauber ist, da ich viel Körperkontakt zu Ihrem Tier haben werde.
Bitte verwenden Sie vor der Behandlung kein Glanz- oder Fliegenspray oder Huffett.
Anamnese
Eingangsgespräch mit Ihnen über Ihr Pferd und die Probleme, die es zeigt.
Beurteilung der Körperhaltung
Es werden Rückenlinie, Kopf-Halshaltung und die Gliedmaßenstellung beurteilt.
Beurteilung des Gangbildes
Das Bewegungsmuster Ihres Pferdes wird beurteilt und auf Auffälligkeiten wie Asymmetrien, Taktunreinheiten oder Hufeschleifen geachtet.
Biotensegrale Untersuchung
Untersuchung von Muskulatur und Faszien auf ihre Funktion und mögliche Verspannungen im Stand und in Bewegung
Biotensegrale Behandlung
Lösen der Faszienverspannungen – und verklebungen im Stand und in Bewegung sowie Trainingsübungen, um die Stabilitätsmuskeln zu aktivieren
Befundbesprechung
Am Ende besprechen wir ausführlich die Befunde und das empfohlene weitere Vorgehen.
Ich beantworte gerne Ihre Fragen und arbeite auf Wunsch mit anderen Tierärzt/innen und Hufschmied/innen zusammen, um Sie und Ihr Pferd bestmöglich zu unterstützen.
Planen Sie bitte für die Erstbehandlung Ihres Pferdes ca. 60-90 Minuten ein, Folgebehandlungen sind kürzer und dauern ca. 30-60 Minuten. Einzelfälle können natürlich abweichen.
Mir ist es wichtig, jedem Tier die Zeit zu geben, die es braucht, damit es entspannen kann und Zeit hat, sich auf die Behandlung einzulassen.
Optional (Aufpreis nach Aufwand)
Biotensegrale Reitstunde: Hierbei werden Ihnen die Grundprinzipien des Biotensegralen Trainings im Sattel vermittelt. Dies macht jedoch erst Sinn, wenn Sie die Grundlagen des Biotensegralen Trainings bereits fest in Ihre Bodenarbeits-Routine integriert haben.
Wie viele Behandlungen sind nötig?
Diese häufig gestellte Frage kann man leider nicht pauschal beantworten. Sie muss für jeden Patienten individuell beantwortet werden, weil sie sehr abhängig ist von der Vorgeschichte und bereits bestehenden Problemen. Die genaue Empfehlung wird nach der Untersuchung und Behandlung Ihres Tieres ausführlich mit Ihnen besprochen. Idealerweise werden die Elemente des Biotensegralen Trainings vom Reiter/ von der Reiterin regelmäßig ins Training integriert, um nachhaltige Effekte zu erzielen.
Wie viel kostet die Behandlung?
Die Preise richten sich nach der aktuellen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Diese beinhalten neben den Behandlungskosten auch die Anfahrtskosten mit 3,50 € je Doppelkilometer
Auf Wunsch kann ich Ihnen vorab eine kurze Preiskalkulation zusenden.
Folgebehandlung = im Abstand von unter 12 Wochen nach der Erstbehandlung
Bitte beachten:
Die Behandlungen werden ausschließlich nach vereinbarten Terminen durchgeführt. Dies verhindert Wartezeit, bedeutet jedoch auch, dass wenn Sie den vereinbarten Termin nicht einhalten können und nicht spätestens 24 Stunden vor dem Termin absagen, die Behandlungskosten in Rechnung gestellt werden. Bitte haben Sie dafür Verständnis, da dies zu einem reibungslosen Ablauf der Praxis beiträgt.